Entdeckung des Lost Place JVA Salinenmoor: Eine Reise in die Vergangenheit

Lost Places üben eine besondere Faszination aus. Sie erzählen Geschichten längst vergangener Zeiten, konserviert in verlassenen Gebäuden, die der Natur und dem Verfall überlassen wurden. Einer dieser geheimnisvollen Orte ist die ehemalige Abteilung Salinenmoor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Celle. Dieser Ort, der einst zur Verwahrung von Straftätern diente, ist heute ein stiller Zeuge der Geschichte und zieht Abenteurer sowie Geschichtsinteressierte gleichermaßen an.

Geschichte der Abteilung Salinenmoor

Die Geschichte der JVA Salinenmoor ist eng mit der Entwicklung der JVA Celle verknüpft. Die Abteilung Salinenmoor wurde 1949 errichtet, ursprünglich als landwirtschaftlicher Betrieb zur Resozialisierung der Insassen. Sie war bekannt für ihre autarke Struktur, die den Häftlingen durch landwirtschaftliche Arbeit und Viehzucht eine sinnvolle Beschäftigung bot. Diese Maßnahme diente der Resozialisierung und sollte den Häftlingen nach ihrer Entlassung die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtern.

Während des Zweiten Weltkriegs diente die Einrichtung auch der Internierung von Kriegsgefangenen. Nach dem Krieg wurde die Abteilung modernisiert und weiterhin für die Unterbringung von Gefangenen genutzt. Bis in die 1990er Jahre blieb Salinenmoor ein aktiver Teil der JVA Celle, bevor es schließlich 2014 geschlossen wurde. Seitdem verfällt das Gebäude, und die Natur hat begonnen, sich ihren Weg zurück zu erobern.

Der Reiz der Verlassenheit

Die Faszination für Lost Places wie die JVA Salinenmoor liegt in der einzigartigen Kombination aus Geschichte, Architektur und dem Hauch des Verbotenen. Betritt man das Gelände, fühlt man sich wie ein Zeitreisender. Die Zellen, die einst Menschen beherbergten, erzählen stumme Geschichten. In den Aufenthaltsräumen findet man verfallene Möbel, vergilbte Dokumente und verblasste Graffiti, die von den Insassen hinterlassen wurden.

Die Natur hat sich ihren Weg zurück in das Gebäude gebahnt. Moose und Pflanzen bedecken die Böden, und Vögel nisten in den verlassenen Zellen. Dieser Kontrast zwischen menschlicher Konstruktion und der unaufhaltsamen Kraft der Natur macht den besonderen Reiz dieses Ortes aus.

Der Besuch eines Lost Place

Ein Besuch der JVA Salinenmoor ist jedoch nicht ohne Risiken. Da das Gebäude offiziell nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, bewegen sich Besucher oft in einer rechtlichen Grauzone. Zudem bergen marode Strukturen und versteckte Gefahren gesundheitliche Risiken. Urbexer, die diesen Ort dennoch besuchen möchten, sollten immer die Grundregeln der Sicherheit beachten: niemals allein gehen, festes Schuhwerk tragen und Respekt vor dem Ort und seiner Geschichte haben.

Die Ethik des Urbexing

Ein wichtiger Aspekt des Urban Explorings ist der respektvolle Umgang mit den besuchten Orten. „Leave no trace“ – hinterlasse keine Spuren – lautet das oberste Gebot. Es geht darum, die Stätten zu dokumentieren und ihre Geschichten festzuhalten, ohne sie zu verändern oder zu beschädigen. Gerade bei einem geschichtsträchtigen Ort wie der JVA Salinenmoor ist es wichtig, die Würde des Ortes zu bewahren und seine Geschichte nicht zu verfälschen.

Fazit

Die JVA Salinenmoor ist ein faszinierender Lost Place, der einen tiefen Einblick in die Vergangenheit bietet. Obwohl sie mittlerweile verlassen ist, erzählt sie noch immer von den Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben. Für Abenteurer und Geschichtsinteressierte ist sie ein wahrer Schatz, der jedoch mit dem nötigen Respekt und der gebotenen Vorsicht erkundet werden sollte.

Dieser Ort erinnert uns daran, wie vergänglich menschliche Werke sind und wie schnell die Natur ihren Platz zurückerobert. Inmitten der Ruinen der JVA Salinenmoor findet man eine stille, aber kraftvolle Erinnerung an die Geschichte und die ständige Veränderung unserer Welt.

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